Studie Energieland Niedersachsen

Im Auftrag des Instituts der Norddeutschen Wirtschaft hat die Nord/LB eine Studie zum "Energieland Niedersachsen" veröffentlicht. Vor dem Hintergrund der Entwicklung der globalen Energiemärkte wird die Energiewirtschaft in Niedersachsen hinsichtlich ihrer Perspektiven und Potenziale untersucht. Die Studie geht schwerpunktmäßig auch auf den Bereich der Erneuerbaren Energien ein und kommt zusammenfassend zu folgenden Aussagen (Auszüge):


"Das Energieland Niedersachsen wird in den kommenden Jahren eine führende Position im Bereich der deutschen Energiewirtschaft einnehmen. Gerade in zentralen Zukunftsfeldern der Branche weist das Land ein erhebliches Potenzial auf, das zusätzliche Wachstumsimpulse zu initiieren vermag. Große Hoffnungen richten insbesondere auch die Küstenstandorte und der ländliche Raum auf die Energiegewinnung und -erzeugung. Diese Erwartungen haben ein stabiles Fundament: Mehr als 25 Prozent des deutschen Windstromes, aber auch der Bioenergie kommen heute bereits aus Niedersachsen."
"Der strukturelle Wandel in der deutschen Energieproduktion zugunsten erneuerbarer Energien entwickelt sich zu einem Impulsgeber für Wertschöpfung und Beschäftigung, der insbesondere den eher strukturschwachen Küstenregionen neue ökonomische Impulse verleihen kann."
"Neben der Windenergie hat auch die Herstellung von Energie aus nachwachsenden Rohstoffen, sei es als Wärme, Strom, Gas oder Kraftstoff, in Niedersachsen in den vergangenen Jahren einen bemerkenswerten Aufschwung genommen. Biogas wird derzeit hauptsächlich in Blockheizkraftwerken (BHKW) zur gekoppelten Strom- und Wärmeerzeugung eingesetzt. Der Einspeisung von aufbereitetem Biogas in die Erdgasnetze kommt immer größere Bedeutung zu. In letzter Zeit wird zunehmend auch die Nutzung als Kraftstoff diskutiert. In Niedersachsen waren 2008 insgesamt 710 Biogasanlagen in Betrieb. In dem Jahr wurde mit 32 Prozent fast ein Drittel des gesamten in Deutschland aus Biogas erzeugten Stroms in Niedersachsen gewonnen."
"Die Sicherung der Energieversorgung zu wirtschaftlich wettbewerbsfähigen Preisen und eine umweltverträgliche Bereitstellung von Energie stehen im Zentrum der zukünftigen Entwicklung und Umstrukturierung der Energiewirtschaft. Prognosen zufolge wird allein im Bereich der erneuerbaren Energien die Beschäftigung in Deutschland zwischen 2007 und 2020 von 220 auf 470 Tausend ansteigen. Für Niedersachsen entsteht damit ein vielversprechender Zukunftsmarkt. Im Bereich der Energiebereitstellung hat das Land die Chance, im deutschlandweiten Vergleich eine Spitzenposition einzunehmen und sich einen beträchtlichen Anteil dieses Beschäftigungszuwachses zu sichern."
"Mit dem massiven Ausbau der Wind- und Bioenergie kann Niedersachsen daher zukünftig nicht nur auf dem Gebiet der Energieversorgung eine wachsende Bedeutung in Deutschland erlangen, sondern sich auch als Standort für die Herstellungvon Anlagen zur Energiebereitstellung profilieren. Die bestehenden Produktionsorte der Wind- und Bioenergie können sich zu wirtschaftlichen Kristallisationspunkten entwickeln, wenn es gelingt, Zulieferer und Dienstleister in ihrem Umfeld anzusiedeln. Dies gilt umso mehr, als sich in diesem Bereich globale Zukunftsmärkte erschließen lassen und niedersächsische Unternehmen, etwa im Bereich der Wind- und Bioenergie und der Bohrtechnik z.B. für die tiefe Geothermie, technologisch zur Weltspitze gehören."
"In vielen Bereichen der Energiewirtschaft wird technologisch, wirtschaftlich und organisatorisch Neuland betreten, so dass von der Grundlagenforschung bis hin zur umsetzungsorientierten Forschung und Entwicklung vielfältige Herausforderungen liegen. Die Anstrengungen zum Ausbau einer zielgerichteten und schlagkräftigen Forschungs- und Entwicklungsinfrastruktur im Bereich der Energietechnologien müssen in Niedersachsen daher Priorität genießen. Dazu gehören insbesondere auch entsprechende Ausbildungs- und Qualifizierungseinrichtungen und -maßnahmen. Der bereits jetzt spürbare Fachkräftemangel wird sich nicht zuletzt durch den demographischen Wandel zukünftig stärker bemerkbar machen."

Die Studie kann hier heruntergeladen werden: Energieland Niedersachsen


(C) 2012 - Niedersächsische Staatskanzlei

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